Ukraine – so können Sie helfen
Wie kann man spenden? Wo können sich Freiwillige melden? Und was wird überhaupt gebraucht? Wir haben für Sie Anlaufstellen und Initiativen gesammelt. Von Lorenz Maroldt
An jedem Sonnabend vergeben wir hier die Checkpoint-Medaillen an die Berlinerinnen und Berliner der Woche, und das machen wir auch heute so. Allerdings gibt es diesmal nur Gold – und zwar für all jene, die von Berlin aus den Menschen in der Ukraine helfen.
Zum Beispiel so wie „Kontraste“-Chef Georg Heil – er bat um Hinweise, wo eine ukrainische Mutter mit drei Kindern eine kleine Wohnung oder zwei Zimmer finden könnte. Wenig später schrieb er: „So viel Solidarität und Hilfsbereitschaft ist überwältigend! Herzlichen Dank für die Tipps, Angebote und Retweets! Ich habe die Angebote weitergeleitet und werde mich bei allen, die geschrieben haben, morgen zurückmelden!“
Oder wie die Autorin Marianne Falck – sie schrieb: „Ich suche aktuell Unterstützung für eine ältere Dame, die heute Abend aus Odessa nach Lwiw/Lemberg reist (Zug). Sie benötigt dann ab dort beim Umstieg Hilfe, um weiter nach Polen bzw. nach Berlin zu reisen.“ Am Abend kam ein Update: „Sie sitzt im Zug. Ich bedanke mich bei allen von ganzem Herzen, die mir und meiner ukrainischen Freundin und ihrer Familie heute geholfen haben. Wir haben einen Kontakt und hoffen, dass sie morgen sicher in Berlin ankommt.“
Auch die Bürgermeisterinnen Kirstin Bauch und Maren Schellenberg aus Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf, den beiden Berliner Bezirken mit Städtepartnerschaften in der Ukraine, wollen es nicht bei symbolischen Aktionen belassen – in der kommenden Woche beraten sie über konkrete Hilfe für Kiew-Petschersk und Charkiw (mehr dazu in unseren Bezirksnewslettern, für die Sie sich hier kostenlos anmelden können).
Bereits seit längerem aktiv ist die „Ukraine Hilfe Berlin“ – hier unter dem Link können Sie sich darüber informieren, was dort gebraucht wird.
Wer Hilfe sucht oder anbieten möchte, kann sich ab sofort auch direkt an den Checkpoint wenden (checkpoint@ – wir vermitteln.
Weitere Initiativen, Vereine und Projekte, die in der Ukraine helfen wollen und dafür Unterstützung brauchen, haben wir hier für Sie recherchiert. Wie immer gilt: Bitte fragen Sie zunächst bei den Initiativen nach und informieren Sie sich auf deren Websiten, was überhaupt benötigt wird.
— Ukrainische Organisationen:
„Vostok SOS“ (sammelt Spenden für verschiedene Bedürfnisse der Zivilbevölkerung der Ostukraine und für Binnengeflüchtete)
„Razom For Ukraine“ (Sammlung verschiedener Materialien und Spendenmöglichkeiten)
„Sunflower for peace“ (medizinische Rucksäcke)
„Voices of Children“ (Hilfe für traumatisierte Kinder)
„Come back alive“ (Nachtsichtgeräte, blutstillende Mittel usw.)
— Internationale Organisationen:
Mission Lifeline (organisiert einen Konvoi für Flüchtlinge an der slowakisch-ukrainischen Grenze)
Caritas (Ukraine-Hilfe)
Diakonie (Katastrophen- und Krisenhilfe)
Malteser (Krieg in der Ukraine - Menschen in Not)
Libereco (Soforthilfe)
Polnische Humanitäre Aktion (Polska Akcja Humanitarna)
„Revived Soldiers Ukraine“ (Hilfe für die ukrainische Zivilbevölkerung)
Unicef (Hilfe für Kinder)
Ärzte ohne Grenzen (ambulante Sprechstunden, psychologische Gespräche)
— Sonstige:
Wohnungen und Zimmer für Kriegsflüchtlinge
The Kyiv Independent (berichtet auf Englisch aus der Ukraine)
Katapult (Spendenkonto für Journalismus aus der Ukraine)
Eher weniger hilfreich sind Stellungnahmen wie die des Berliner Linken-Abgeordneten Ferat Ali Kocak: Er fordert zwar „ein sofortiges Ende der russischen Militärschläge“, macht aber die deutsche Bundesregierung, die EU und die Nato dafür verantwortlich – diese hätten „den Konflikt über Jahre hinweg verschärft und stehen in der Verantwortung, jetzt zur Deeskalation und Frieden beizutragen.“
Und auch so manche symbolische Aktion ist an Bigotterie kaum zu toppen: So erklärt ausgerechnet Ministerpräsidentin Manuela Schwesig die blau-gelbe Beleuchtung des Landtags in Schwerin für „ein wichtiges Zeichen der Solidarität“ mit der Ukraine – nachdem sie jahrelang Putins Interessen den Weg gebahnt hat.
In ganz Europa spannte der russische Präsident Ex-Politiker für seine Machtexpansion ein. Unsere Kollegin Claudia von Salzen hat sich die Reaktionen von sieben bekannten Putin-Lobbyisten aus dem Westen angeschaut – mit überraschenden Ergebnissen. Ihre Geschichte finden Sie hier.