Kein Schutz, keine Lobby! Eine Berliner Kita-Erzieherin klagt an

Es fehle an Masken, an Luftfiltern, aber vor allem an Anerkennung und Aufmerksamkeit. Eine Berliner Erzieherin macht ihrem Ärger Luft. Von Julius Betschka.

Kein Schutz, keine Lobby! Eine Berliner Kita-Erzieherin klagt an
Foto: Uwe Anspach/dpa

Unter den vollen Kitas, den zurückströmenden Kindern, leiden besonders die Erzieher. Sie fühlen sich schlecht geschützt, vergessen. Eine Angestellte einer Berliner Kita berichtet dem Checkpoint über ihre Arbeit. Sie will aus Sorge um ihren Arbeitsplatz anonym bleiben:

„In meiner Gruppe betreue ich mit meiner Kollegin zwischen 6 und 9 Kinder – von 11. Die gesamte Belegung im Haus ist momentan bei 30- 50 Prozent, Tendenz steigend.“

„Wir Erzieher fühlen uns nicht ausreichend geschützt. Wir haben bisher keine FFP2-Masken bekommen, auch noch keine Luftfilteranlage oder CO2-Anzeige. Im Elternkontakt tragen wir selbstgekaufte Masken, in der täglichen Arbeit mit den Kleinen tragen wir keine Masken.“

„Wir können nicht verstehen, warum die Regierung nicht die Notbetreuung der Kinder von systemrelevanten Eltern beschließt? Was sind die Hintergründe? Die Angst um die Kinder, die Angst vor der Kritik der Eltern? Die Gefahr für Leib und Seele besteht nicht bei allen Kindern und in extremen Notlagen sollte man unterstützen, aber...wir können und wollen das nicht beurteilen, diskutieren und bestimmen.“

„Dass wir keine Lobby haben, kommt nun wieder sehr deutlich zu Tage: Ein Frauenberuf der von Frauen ausgeübt wird, die viel zu verantwortungsvoll, sozial, engagiert und selbstlos sind.Aber wir sind es wirklich leid und fordern einfach mehr Anerkennung, Akzeptanz, Achtung und Aufmerksamkeit.“