Pankows Grauflächenamt lässt neue Bäume fällen
Apropos Klima: Pankows Grauflächenamt macht seinem Checkpoint-Ehrentitel alle, nun ja, Ehre: Vor acht Jahren ließ es in der Carl-Legien-Siedlung 13 Bäume abholzen – versprach aber Neupflanzungen. Als im Oktober 2020 ein paar Anwohner fragten, wie es denn so steht, lautete die Antwort: „Wir sind bemüht, den personellen Engpass für dieses komplexe Thema im Jahre 2021 zu lösen und ein besseres Konzept für die Nachpflanzungen auf den Weg zu bringen.“ Berlinkenner wissen, was dann passierte – richtig: nichts (Baumschule eben, einfach zu komplex). Also pflanzten die Anwohner zwei junge Rotdorn-Bäumchen selbst, und siehe da: Plötzlich hatte das Grauflächenamt seinen personellen Engpass für dieses komplexe Thema überwunden – und forderte die Anwohner auf, die neu gepflanzten Bäume zu entfernen, aus Denkmalschutzgründen. Angedrohte Geldbuße bei Zuwiderhandlung: 10.000 Euro. Checkpoint-Prädikat: Brett vorm Kopf.
Dazu der Blick auf die Website der Umweltverwaltung: „Bäume sind Wohltäter. Sie versorgen uns mit der nötigen Atemluft, spenden Schatten, verbessern das Klima, filtern den Feinstaub aus der Luft, bieten Lebensraum für viele Lebewesen und werten unser Umfeld auf.“ Lyrik können sie, keine Frage, auch wenn’s nicht für den Bachmannpreis reicht. Hinzuzufügen wäre allerdings der Hinweis: „Gilt nur für Bäume mit dem Stempel des Grauflächenamts.“