Rausgeflogene Abgeordnete rechnen mit SPD und FDP ab

Ob es der Arbeit in der Ampel hilft, dass mit der FDP noch eine zweite der drei Koalitionsparteien bei der Wahl abgestürzt ist? Wohl eher nicht. Bei den Liberalen will man das Heil in einer stärkeren Profilierung suchen. „Wir haben als Partei massiv an Wählerzuspruch verloren. Wir müssen deshalb gucken, dass wir in dieser schwierigen Konstellation in der Ampel klarer unsere Handschrift zeigen“, sagte der Berliner FDP-Generalsekretär Lars Lindemann dem Checkpoint. Die FDP müsse mehr auf wirtschaftsliberale Themen und einen „klareren Kurs in der Migrationspolitik“ setzen. Lindemann ist einer von vier Abgeordneten, die durch die Wahlwiederholung aus dem Bundestag geflogen sind. Er sei „enttäuscht und angefasst“. Dafür habe er nun Zeit für seine Promotion.

Und die anderen Mandatsverlierer? Ana-Maria Trăsnea (SPD) rechnet ähnlich wie Lindemann mit ihrer Partei und der Ampel ab. „Die Bürger wünschen sich eine aktivere Rolle der Bundes-SPD in der Regierung. Sie fragen, warum wir als stärkste Fraktion den Konflikten in der Regierung keinen Riegel vorschieben können, bevor der Streit eskaliert.“ Für die Grünen-Abgeordnete Nina Stahr ist das stabile Ergebnis ihrer Partei „ein starkes Zeichen“, der Mandatsverlust aber „enttäuschend“.

Ähnlich sieht es bei Pascal Meiser (Linke) aus. „Surreal“ sei es, im Wahlkreis deutlich zugelegt zu haben und trotzdem das Mandat zu verlieren. Immerhin: Zum Fußballtraining seines Kreuzberger Kiez-Clubs Hansa 07 dürfte es Meiser künftig häufiger schaffen.