Antisemitismus bei Berliner Straßennamen

Wissen Sie wirklich, wo Sie wohnen? Politologe Felix Sassmannshausen hat ChaWis Straßennamen untersucht – und in 39 Fällen „antisemitische Bezüge“ festgestellt. Von Lorenz Maroldt

Antisemitismus bei Berliner Straßennamen
Auch der Name vom Berliner U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz weist „antisemitische Bezüge“ auf. Foto: STPP/imago

Wissen Sie wirklich, wo Sie wohnen? 10.000 Straßen und Plätze gibt es in Berlin, der Politologe Felix Sassmannshausen hat ihre Namen untersucht – und in 290 Fällen „antisemitische Bezüge“ festgestellt. Die Empfehlungen der Studie (initiiert und vorgestellt von Berlins Antisemitismusbeauftragtem Samuel Salzborn) reichen von weiterer Forschung über Kontextualisierung (z.B. per Plakette am Straßenschild) bis zu Umbenennungen (in der Liste weiter unten mit „U“ gekennzeichnet). Die Untersuchung soll eine systematische Grundlage für eine größere Debatte schaffen. Dann fangen wir doch mal damit an – und beginnen in Charlottenburg-Wilmersdorf (die anderen 11 Bezirke folgen in den kommenden Tagen). Antisemtische Bezüge haben demnach:

Adenauerplatz, Bismarckallee, Bismarckplatz, Bismarckstraße, Byronweg, Cicerostraße (U), Clausewitzstraße, Coubertinplatz, Danckelmannstraße, Fontanestraße, Goerdelerdamm, Goethepark, Goethestraße, Habermannzeile, Halemweg (U), Harbigstraße (U), Hektorstraße, Herderstraße, Hofackerzeile, Hoffmann-von-Fallersleben-Platz (U), Johann-Georg-Straße, Kaiserdamm (U), Kantstraße, Kiplingweg, Kronprinzendamm (U), Lassenstraße, Nestorstraße, Neue Kantstraße, Otto-Dibelius-Straße (U), Pestalozzistraße, Reuterpfad, Richard-Strauss-Straße, Richard-Wagner-Platz (U), Richard-Wagner-Straße (U), Riehlstraße, Rückertstraße, Schinkelstraße, Steinplatz, Wangenheimstraße (U).

Morgen ist dann Friedrichshain-Kreuzberg dran.

Übrigens: Bei der Bismarckstraße in Steglitz hat das BA schon mal versucht, ein paar Hausnummern neu zu sortieren – allerdings nicht sehr erfolgreich: Aus der „Grundstücknummer alt: 71“ wurde laut letztem Amtsblatt des Jahres 2021 die „Grundstücknummer neu: 71“. Tja, so geht’s jedenfalls schon mal nicht.