Enormes Potential für Wärme aus Abwasser wird bisher kaum genutzt
Wenn die Wasserbetriebe heute ihre 2021er-Bilanz präsentieren, dürfte es – neben dem üblichen warmen Monsun für den Landeshaushalt – vor allem darum gehen, wie Berlin seinen zunehmend lokalen Wasserkreislauf (Brunnen – Wasserwerk – Hahn/Klo – Klärwerk – See – Brunnen) frisch hält, wenn es weiter nur homöopathisch regnet und immer wärmer wird.
Apropos wärmer: Durch den heimischen Abfluss gehen z.B. mit Dusch- und Spülwasser Unmengen Energie verloren. 250 bis 300 Millionen Watt könnten laut Studien gewonnen werden, um z.B. Gebäude und Schwimmbecken damit zu heizen statt mit Putins Gas. Ein Dutzend solcher Projekte gibt es bereits, aber die entsprechen nur zwei Prozent des vorhandenen Potentials.
Theoretisch könnte auch Heizenergie mittels Wärmepumpen aus Gewässern gewonnen werden. Praktisch allerdings ist wenig zu holen, weil das Wasser ausgerechnet im Winter, wenn die Wärme gebraucht wird, zu kalt dafür ist (Q: Anfrage Felix Reifschneider, FDP). Es sei denn, eine an der Spree in Schöneweide geplante Pilotanlage erweist etwas anderes.