Berlins Geheimnis: Wo sind die Top-10 schlimmsten Kreuzungen der Stadt?
Vor Weihnachten wurde von einer ominösen Liste der BVG berichtet. Doch Berlins Katastrophen-Kreuzungen bleiben geheim. Ein Prenzlberger hat da einen Verdacht. Von Stefan Jacobs
Als vor Weihnachten im parlamentarischen Verkehrsausschuss die Malaise der BVG besprochen wurde, berichteten Geschäftsführung und Verkehrssenatorin von einer Top-10-Liste der Kastrophenkreuzungen, an denen sich Busse und Bahnen die Räder im Stau oder vor roten Ampeln plattstehen. Um welche Kreuzungen es geht, ist bei der BVG geheim und bei der Verkehrsverwaltung nicht bekannt, jedenfalls „liegt der Pressestelle eine solche Liste nicht vor“, wie es auf CP-Anfrage hieß. Ob der Fachabteilung eine solche Liste vorliegt, wurde nicht mitgeteilt.
Sollte sich die Liste gar nicht anfinden, könnten die Beteiligten ersatzweise auf ein Video von Carsten H. Meyer zurückgreifen. Der Prenzlberger, kirre geworden vom ewigen Herumstehen in und mit der M10 (deren rote Laterne als langsamste BVG-Linie seit der Verlängerung durch Moabit noch röter strahlt), hat die Trödelei sehr professionell auf Youtube dokumentiert. Er kommt auf 14 vermeidbare Verzögerungen mit rund 13 Minuten Gesamtzeit. Herzpatienten ist das 18-minütige Video nicht zu empfehlen, höchstens in Kombination mit der ebenfalls von Meyer fabrizierten Sechs-Minuten-Meditation einer M10 im Stau vor der Schönhauser Allee.
Das Schlusswort zum Thema überlassen wir dem Mobilitätsgesetz, §26: „Zur Absicherung eines verlässlichen und pünktlichen Angebotes sowie zur Realisierung attraktiver Reisezeiten wird dem ÖPNV … Vorrang vor dem motorisierten Individualverkehr eingeräumt.“