Mitte-Gastronomen sauer über Modellprojekt
Das Projekt ruft Kritik hervor, etwa weil das mit Corona-Verstößen aufgefallene „Borchardt“ teilnimmt. Die IHK spricht von Perspektiven für alle. Von Lorenz Maroldt.
Riesenärger bei vielen Mitte-Gastronomen: Warum dürfen acht Restaurants als „Modellprojekt“ jetzt schon in den Innenräumen ihre Gäste empfangen (CP v. 29.5.) – sie aber nicht? Und warum ausgerechnet das Politpromi-Lokal „Borchardt“, das trotz etlicher Auffälligkeiten (Stichworte „Lindner“ und „Polizeipanne“) bisher ohne Bußgeld durch die Corona-Krise kam? Wir haben gestern bei der IHK nachgefragt, hier die Erklärung: Es gab keinen Bewerbungsprozess, sondern Gespräche und Anfragen seit ca. 5 Monaten, „das ‚Borchardt‘ hat sich selbst gemeldet“, abgelehnt wurde niemand. Einzige Voraussetzung: ein großer Gastraum. „Es geht nicht um Gerechtigkeit, sondern um eine Perspektive für alle“ – in zweieinhalb Wochen wird ausgewertet, die Hoffnung: dass viele Restaurants auch bei höherer Inzidenz mit Testkonzepten öffnen können. Grünes Licht für das Projekt gab die Gesundheitsverwaltung erst am Freitagnachmittag.