Gabriel attackiert Union nach G20
Der heimliche SPD-Vorsitzende Gabriel hat sich bei einem parteiinternen Stratego-Spielchen verzockt: Weil er Martin Schulz zu einer gemeinsamen G20-Position gegen Hamburgs Bürgermeister Scholz gedrängte hatte, sah die SPD-Spitze nach den Chaostagen an der Elbe ziemlich lädiert aus - von Geschlossenheit keine Spur. Ein führender SPD-Mann schimpfte: „Sigmar kriegt sein Geltungsbedürfnis nicht in den Griff - er wollte mal wieder wichtiger sein als der Rest der Welt.“ Offenbar spürte Gabriel selbst, dass er sich und seine Partei in eine Sackgasse manövriert hatte, vielleicht packte ihn auch das schlechte Gewissen...
… jedenfalls tauchte am Abend auf der SPD-Website plötzlich ein „Namensbeitrag“ von ihm auf, der in klassischer Weise die knallharte Attacke auf den politischen Gegner als beste Verteidigungs- und Ablenkungsstrategie zelebriert - der Titel: „Gipfel der Verlogenheit“. Im Stil eines wild entschlossenen Anführers wirft Gabriel darin der Union wegen deren Krawallnachlese ein „bislang nicht gekanntes Maß an Verlogenheit“ vor, spricht von einem „perfiden Spiel“, von einem „bösen und infamen Wahlkampf“ - CDU und CSU „instrumentalisieren die Brutalität der Autonomen“, ihr Verhalten „birgt die Gefahr, die politische Kultur auf viele Jahre hin zu vergiften“…
… und dann bläst Gabriel noch mal so richtig in die Pathostrompete: „Wenn die Wahlkampfstrategen der CDU/CSU die SPD jetzt auch nur in die Nähe von Gewalttätern rücken, verletzen sie damit die Ehre einer Partei, deren Mitglieder in ihrer über 150-jährigen Geschichte immer von links- und rechtsaussen bedroht, verfolgt und umgebracht wurden. Die SPD ist die einzige Partei in Deutschland, die keine Belehrungen im Kampf gegen Terroristen braucht - egal, ob sie von links oder rechts kommen.“ Das jetzt so auf einem Parteitag gesprochen: Es wären ihm 101 Prozent der Stimmen sicher - mindestens.