Molkenmarkt?
Apropos Gretchenfrage: Wie geht’s weiter am Molkenmarkt? Die Gestaltung des historisch bedeutenden Areals zwischen dem Roten Rathaus, dem Nikolaiviertel und dem Alten Stadthaus ist hart umkämpft. Daran wird auch der Rahmenplan für den Molkenmarkt, den Bausenator Christian Gaebler (SPD) gestern präsentierte, erstmal nichts ändern.
Die darin beschlossenen Vorhaben klingen ambitioniert: 450 Wohnungen, davon viele zu günstigen Mieten, sowie Platz für Gewerbe, Sozial- und Kultureinrichtungen mit hohen ökologischen Standards. Gleichzeitig soll eine kleinteilige Gebäudestruktur mit mehreren Höfen und vielen historischen Bezügen entstehen. In Gaeblers Worten: „Wir werden sicher kein Stadtquartier aus dem 13. Jahrhundert rekonstruieren, aber das wird auch kein supermodernes Quartier à la Frankfurter Bankenviertel.“
Die Opposition ist sich derweil sicher, welches Paradigma im Zweifel aufgegeben wird, wenn nicht beide zu realisieren sind. Die Grünen warnen vor einem „historisierenden Wiederaufbau mit Disneyland-Altbaufassaden“, die die landeseigenen Wohnungsgesellschaften, die hier eigentlich bauen sollen, vor unmögliche Herausforderungen stellen werde.
Und Katalin Gennburg, Sprecherin für Stadtentwicklung der Linksfraktion, sagte dem Checkpoint: „Leider wiederholt sich damit eine Tragödie, die wir aus Frankfurt und Potsdam kennen: öffentliches Geld wird für historische Retortenviertel verschwendet und nur private Investoren profitieren.“ Sie fürchtet, dass am Ende die landeseigenen Flächen doch noch privatisiert werden.