Querdenker & Co., wer ist „überrascht“?

So überrascht wie vom ersten Kinder-Impftag in Berlin zeigen sich deutschlandweit derzeit einige von sich radikalisierenden „Querdenker:innen“. Das ist zwar schon lange unübersehbar, wurde aber zuletzt (Fackelaufmärsche, Morddrohungen gegen Politiker etc.) noch ein bisschen schwerer zu ignorieren. Trotzdem geben sich einige noch immer „überrascht“, etwa die Polizei Baden-Württemberg (SWR), NRW-Innenminister Herbert Reul („Veranstaltungen, die wir gar nicht auf dem Schirm hatten“, Dlf). Wie man das nicht kommen sehen konnte, ist rätselhaft. In diesem Kommentar meines Kollegen Julius Geiler steht zum Beispiel eigentlich alles, was man zum Thema hätte wissen müssen – er hat ihn vor über einem Jahr geschrieben. Wie sieht das die Berliner Landespolitik, ist man hier „überrascht“? Eine Checkpoint-Umfrage:

++ Linke, Niklas Schrader: „Wer jetzt noch von der Radikalisierung der Corona-Schwurbler überrascht ist, hat schon vor einem Jahr den Schuss nicht gehört.“

++ CDU, Stefan Evers: „Es ist besorgniserregend, wie einige Gruppen von Impfgegnern sich mit tatkräftiger Unterstützung der AfD zunehmend radikalisieren.“

++ FDP, Björn Jotzo: „Eine Überraschung ist allenfalls die Dauer und Nachhaltigkeit der aktuellen Situation.“

++ SPD, Tom Schreiber: „Überrascht kann man, glaube ich, nicht sein“, man müsse konsequent gegen die wenigen Rädelsführer vorgehen.

++ Allein die AfD antwortete nicht.