Gebühr auf Einwegverpackungen: Potsdam macht’s vor
Einmal Pommes mit Mayo und Steuern, bitte: Potsdam verlangt ab Juli eine Gebühr auf Teller, Becher und Besteck, die nach Benutzung in den Abfall wandern (Höhe: zwischen 20 und 50 Cent). Berlins inoffizieller 13. Bezirk will damit Müll vermeiden und fast eine Million Euro für die Entsorgung einsparen. Ein Vorbild für die große Stadt jenseits der Glienicker Brücke, die in fünf Jahren viel Geld für 22 Anti-Müllkampagnen aus dem Fenster geworfen hat (Checkpoint vom 26. März)? Doch Berlin (geschätzter Einwegbecherverbrauch pro Stunde: 20.000 Stück) reicht das Problem herum wie einen zu heißen Chai-Latte: Der Rat der Bürgermeister ist zwar dafür, hält aber den Senat für zuständig, der zwar dafür ist, aber den Bund für zuständig hält, weshalb jetzt „partnerschaftlich“ nach Lösungen gesucht werden soll (Q: Umweltverwaltung), und zwar (wo sonst): an einem Runden Tisch. Falls das Suchen länger dauert (was zu erwarten ist): In der Nähe gibt’s sicher einen Coffee-to-go (Becher bitte selbst mitbringen).