Neue Eigentümer gesucht: Das „Journalistenhaus“ in der Oranienstraße wird verkauft

Grund für den Verkauf des „Journalistenhauses“ in Kreuzberg ist eine anstehende Millionenrückzahlung. Die Mieten im Haus lassen sich jetzt detailliert einsehen. Von Lorenz Maroldt und Jessica Gummersbach.

Neue Eigentümer gesucht: Das „Journalistenhaus“ in der Oranienstraße wird verkauft
Credit: Imago / Jürgen Ritter

Sie würden gerne mal wissen, wie viel Miete Ihre Nachbarn zahlen? Tja, die Bewohner der Oranienstraße 169in Kreuzberg können sich das jetzt anschauen, und zwar detailliert in einer Immobilienanzeige, denn ihr Haus wird gerade verkauft (als Ganzes). Für jede einzelne Wohnung sind unter dem Link „Mieterliste“ Lage und Ertrag angegeben – die billigste bringt 5,42 Euro pro Quadratmeter ein, die teuerste 9,51 Euro. Für nostalgische 571,49 Euro wohnt z. B. im zweiten Stock jemand auf 104 qm. Mieteinnahmen pro Jahr insgesamt: 174.474,36 Euro Nettokalt.

Moment… Oranienstraße 169? Da klingelt’s bei Berlinkenner doch! Und richtig: Es handelt sich um das sogenannte „Journalistenhaus“, in den Neunzigern von prominenten Berliner Zeitungsleuten für wenig Geld gekauft, mit viel Subventionen saniert – und dann unter der Hand teuer vermietet. 2023 flog alles auf, 2025 klagte der Senat auf Rückzahlung – und gewann: Bis Ende 2026 müssen die Eigentümer gut 3 Millionen Euro inklusive Zinsen zurückzahlen (Checkpoint vom 20. Februar), und das soll nun wohl über den Verkauf finanziert werden. Immerhin: Beim genannten Preis von 4,2 Millionen bliebe da noch ein bisschen was übrig.