Berlin feiert trügerischen Erfolg: Das ist die Unfallbilanz 2023

Demnächst werden Polizei und Verwaltung die mit 33 Verkehrstoten geringste Opferzahl seit Jahrzehnten verkünden. In Wahrheit waren es eher 40 Menschen, die auf Berlins Straßen starben. Von Stefan Jacobs

Berlin feiert trügerischen Erfolg: Das ist die Unfallbilanz 2023
Foto: imago / Maximilian Koch

Auf der jährlichen Pressekonferenz zur Unfallbilanz 2023 werden Polizei und Verwaltung demnächst die mit 33 Verkehrstoten niedrigste Zahl seit der Wiedervereinigung verkünden können. Allerdings weicht die offizielle Zahl diesmal besonders stark von der realen ab, weil Unfälle beispielsweise auf einem Privatgrundstück oder auf Straßenbahntrassen (die „Betriebsgelände“ der BVG sind) passierten und weil ein Verunglückter erst mehrere Monate nach dem Unfall an seinen Verletzungen starb und deshalb nicht gezählt wurde. Realistisch sind eher 40 Tote; eine Liste der Verkehrsverwaltung enthält 36 Fälle. In 14 davon ergaben die anschließenden Ortsbesichtigungen der Unfallkommission „keine Anhaltspunkte dafür, dass das Risiko für ein ähnliches Ereignis durch eine Veränderung der örtlichen Infrastruktur reduziert werden könnte“. Dass bloßes Hoffen auf weiter sinkende Opferzahlen nicht helfen wird, zeigt der aktuelle Stand: Seit Beginn dieses Jahres sind bereits fünf Verkehrstote zu beklagen.