Groß-Berlin-Gründer Adolf Wermuth bekommt eine Allee
Und noch ein großer Berliner wird in der „Parkstadt“ geehrt: Adolf Wermuth, der als Oberbürgermeister vor 100 Jahren Berlin durch die Gründung der Einheitsgemeinde zur Weltstadt machte, bekommt hier sogar eine Allee. Moment mal: Es gibt in Berlin bisher keine Straße, die nach einem der wichtigsten Stadtpolitiker des vergangenen Jahrhunderts benannt ist? Na ja, wer ganz genau hinschaut, entdeckt zwischen den Hochhäusern der Gropiusstadt versteckt den 450 Meter kurzen „Wermuthweg“, von dem die meisten Bewohner denken, er sei nach ihrem Lieblingsgetränk benannt. Aber warum keine „Adolf-Wermuth-Straße“ in Mitte, wo er wirkte, oder in Pankow, wo er wohnte? Na, weil hier 1. die „Genderquote mit Einzelfallabwägung“ sehr ernst genommen wird – und sich 2. dort kaum ein Politiker für den Gründer der Bezirke zuständig fühlt (von ihm stammen u.a. die Bezeichnungen „Bezirksversammlung“ und „Bezirksamt“): Adolf Wermuth war parteilos und hat allein schon deshalb keine große Lobby (da könnte ja sonst jeder kommen). Anders in Lichtenberg – hier beantragte die SPD-Fraktion erfolgreich die Ehrung des gelernten Verwaltungsbeamten, der „kein schillernder Star“ war, aber: „ein Pragmatiker, der ein Projekt umgesetzt hat“. Und das kommt in Berlin in dieser Kombination ja auch nicht alle Tage vor.