Kommt bald Bob der Berliner Baumeister? Berliner Senat will Bürger mit Werbeagentur für Neubau begeistern
Ein Ausweg aus der Wohnungskrise muss her. Damit Neubauprojekte akzeptierter werden, will der neue Senat eine Werbeagentur einschalten. Wie wohl deren Slogans aussehen würden? Von Julius Betschka.
Bauen, Bauen, Bauen – das ist als Slogan für mehr Wohnungsbau natürlich längst verbrannt. Generell zu teuer, nicht mietensenkend, irgendwie immobillienhaiig, nervig. Die Argumente gegen das Bauen sind vielfältig und doch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Neubau bei einem Leerstand nahe Null irgendwie notwendig sein könnte. Doch Neubau vor der eigenen Nase? Da hört’s dann wirklich auf! Da opponieren selbst CDU- und SPD-Bezirkspolitiker gegen Nachverdichtung im Kiez, obwohl Ober-Baumeister Wegner aus dem Roten Rathaus ja nach mehr Wohnungen („So viele wie möglich“) ruft, wo es nur geht.
Doch, halt! Diese Widerstände möchte der Senat jetzt bekämpfen und zwar mit „integrierten Kommunikationsmaßnahmen zur Akzeptanz des Neubaus“, so steht es etwas versteckt im gestern veröffentlichten „Monitoringbericht des Bündnisses für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen“. Eine Kommunikationsagentur wurde schon gefunden und ab Herbst dieses Jahres dürfen wir uns auf schlaue Sprüchlein im Internet und an Häuserwänden freuen. Wir haben wie immer auch ein paar Ideen: Wie wäre es etwa mit: „Den Neubau in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf!“ Oder: „Wo Bauen wenig kostet!" Oder: „Halt Stopp! Jetzt baue ich!“ Oder nur für den Ost-Teil der Stadt: „Bau auf, bau auf!" Vielleicht läuft aber auch „Bob der Baumeister" bald als Dauerwerbesendung im Vorabendprogramm des rbb. Das wäre wirklich mal Erziehungsfernsehen. Können die das bauen? Jo, die bauen das!