Mehr Reden, Rücksichtnahme und Sparen: Das sind die Neujahrsvorsätze der Berliner Senatoren
Im neuen Jahr will Berlins Regierung einiges anpacken. Während der Kultursenator das Potenzial der Stadt durch Zusammenhalt entfalten möchte, blickt der Finanzsenator auf die Fitness. Von Anke Myrrhe
Weniger privat ist das, was sich die Senatsmitglieder für das neue Jahr vorgenommen haben. Ein Rundruf mit der Bitte um einen konkreten Vorsatz, haben zumindest vier der Berliner Elf mit Inhalt beantwortet. Blicken wir also voraus:
Joe Chialo, Kultursenator, CDU: „In einer Zeit großer Herausforderungen und des Wandels wünsche ich mir für 2024, dass wir die Entfremdung in unserer großartigen Stadt Berlin überwinden. … Wir müssen einander mehr zuhören und die Perspektive unseres Gegenübers ernsthaft berücksichtigen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir durch konstruktive Diskussionen und das Teilen unserer Ideen den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und unsere Stadt so gestalten können, dass alle ihr Potenzial bestmöglichst entfalten können. Dafür jedenfalls stehe ich und das ist mein Wunsch für das kommende Jahr. Happy New Year.“
Manja Schreiner, Verkehrssenatorin, CDU: „Im neuen Jahr will ich alles dafür tun, dass wir im Sinne eines Miteinanders im Straßenverkehr vorankommen. Ich bin mir ganz sicher: Mehr gegenseitige Rücksichtnahme bringt uns alle 2024 weiter. Achtsamkeit ist der Schlüssel zu weniger Konflikten… Die drei R bringen es auf den Punkt: Respekt. Regeln, Rücksichtnahme. Einfach mal durchatmen. Innehalten und sich darauf besinnen.“
Felor Badenberg, Justizsenatorin, parteilos / für CDU: „Die Justiz ist eine tragende Säule unseres Rechtsstaates. Ich möchte das Grundvertrauen der Berlinerinnen und Berliner in die Justiz stärken. Vertrauen entsteht allerdings nicht von heute auf morgen, sondern durch beständige Arbeit. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Sicherheit, Ordnung und Rechtsfrieden wieder stärker im Mittelpunkt stehen. Wir schaffen die Grundvoraussetzung für eine moderne und bürgernahe Justiz. Das ist mein Vorsatz für 2024.“
Stefan Evers, Finanzsenator, CDU: „Man kennt das ja: Nach der Weihnachtszeit stellt man fest, man hat zu viel gegessen, man hat vielleicht auch zu viel Geld ausgegeben, zu viele Geschenke gekauft. Und deswegen ist mein guter Vorsatz für das neue Jahr eigentlich ganz traditionell: Ich will Berlins Fitness steigern und übermäßige Ausgaben abtrainieren.“
Was soll man sagen: Die fetten Tage sind vorbei. Mal sehen, was davon in ein paar Wochen übrig bleibt, wenn sich die Fitnessbuden wieder leeren und der Dry January feuchtfröhlich abgewickelt wird.
Apropos abwickeln: Innensenatorin Iris Spranger (SPD) teilte mit, sie stehe für ein solches Statement nicht zur Verfügung. Sie hatte vermutlich gerade andere Sorgen (dazu gleich mehr).
Nicht dass Sie noch auf die Idee kommen, wir hätten hier vorsätzlich nur CDU-Senatoren angefragt.