Im Konflikt um Wagenknecht: Berliner Linke-Abgeordnete Gesine Lötzsch warnt vor „Selbstzerfleischung“
Gegenseitige Rücktrittsforderungen würden nicht weiterhelfen, kritisierte Lötzsch das Vorgehen des Parteivorstands. Sie fordert, sich intern „inhaltlich vernünftig“ zu verständigen. Von Julius Betschka.
Vom Wrrruumm zum Rumms: Die Zukunft der Linkspartei ist eine Zukunft ohne Sahra Wagenknecht. Das befand der aktuelle Parteivorstand am Wochenende. Wagenknecht hatte wiederholt die Gründung einer eigenen Partei angedeutet, sich dann aber doch nie wirklich bekannt – jetzt reichte es der Parteiführung. Verständlich? Nicht alle in der Partei sehen das so. Gesine Lötzsch, direktgewählte Berliner Bundestagsabgeordnete kritisiert das Vorgehen. Lötzsch sagte dem Checkpoint am Sonntag: „Eine Selbstzerfleischung stärkt die Rechten.“ Gegenseitige Aufforderungen zu Mandatsrückgaben und Rücktritten würden nicht weiterhelfen. „Ich rate zur Besonnenheit“, sagte die Bundestagsabgeordnete.
Lötzsch ist eine von drei direkt gewählten MdB der Partei, nur wegen dieser Mandaten ist Die Linke überhaupt noch im Bundestag vertreten. Die 61-Jährige warnt zusammen mit Gregor Gysi und dem dritten direkt gewählten Abgeordneten Sören Pellmann schon länger vor einem Zerfallen der Partei durch den Streit um Wagenknecht. Lötzsch sagt: „Wenn wir die Menschen davon überzeugen wollen, mit uns die Gesellschaft zu verändern, müssen wir beweisen, dass wir uns untereinander inhaltlich vernünftig verständigen können.“ Rumms.