Richtig wiegen im Wagen: Polizei rüstet mit Feinwaagen auf

Bisher konnte bei Personenkontrollen nicht genau festgestellt werden, ob eine mitgeführte Menge Cannabis im erlaubten und damit straffreien Bereich liegt. Das soll sich nun ändern. Von Lorenz Maroldt

Richtig wiegen im Wagen: Polizei rüstet mit Feinwaagen auf
Foto: Monika Skolimowska/dpa

Die Polizei rüstet auf - per Ausschreibung sucht sie einen Lieferanten für exakt 788 Feinwaagen. Voraussetzung: Messbereich bis 150 g, LCD-Display für vernebelte Einsätze und die Gewährleistung einer langfristigen, intensiven täglichen Nutzung. Dem Checkpoint verriet die Behörde, was sie damit vorhat (Sie ahnen es sicher schon):

Durch die Einführung der Besitzfreimengen von 25 g bzw. 50 g Cannabis entsteht bei dem Auffinden von Cannabis im Rahmen einer Durchsuchung der Person oder einer Wohnung für die eingesetzten Polizeibeamten nunmehr die Schwierigkeit festzustellen, um welche Menge aufgefundenes Cannabis es sich handelt. Es muss nunmehr unmittelbar am Ort gewogen werden, um festzustellen, ob die Menge im erlaubten und damit straffreien Bereich liegt. Damit die Polizei Berlin diesen Kontrollaufwand rechts- und handlungssicher durchführen kann, ist es unumgänglich, dass sie Waagen anschafft, mit denen zukünftig jeder Funkwagen ausgerüstet werden soll.“

Es kommentiert Willy Brandt: „Mehr Demokratie wiegen! Ähm … Mehr Cannabis wagen! Nee, quatsch … Mehr Wiegen im Vagen erwägen! Mehr Waagen im Wagen … mehr Wägen … ach, trinkt doch was Ihr wollt (hab‘ ich ja auch gemacht)!“

Was Sie sonst noch alles so über die Folgen der Cannabis-Legalisierung wissen sollten, haben wir in unserem Checkpoint-Podcast recherchiert – wenn Sie das gehört haben (hier unter diesem Link können Sie das tun), bekommen Sie von uns die Auszeichnung „Dr. h.c. High“ verliehen.

p.s.: Der Senat schafft es nicht, die gesetzlich vorgeschriebene Rechtsverordnung für die neuen Cannabisclubs bis zum 1. Juli zu beschließen. Offenbar ist in der Hauptstadt der organisierten Unzuständigkeit noch nicht geklärt, wer das eintüten soll.

Checkpoint-Vorschlag: Wie wär’s mit einem Joint Venture?