Einstürzende Altbauten in Schöneberg
Was ist die größte Angst in Berlin? Klar: Dass einem der Himmel auf den Kopf fällt. In der Schöneberger Langenscheidtstraße war das am Montagabend durchaus begründet: Teile der Fassade des Hauses Nummer 12 kamen herunter, Großaufgebot Polizei, die Feuerwehr klopfte mit Leiterwagen die Reste ab, die Stelle wurde großflächig gesichert. Das führte dazu, dass der stark abschüssige Gehweg inkl. Fahrradweg komplett gesperrt war, Fußgänger und Radfahrer quetschten sich drei Tage lang durch parkende Autos und E-Scooter-Leichen auf die Fahrbahn, um die Absperrung zu umrunden. Nachfrage beim Bezirksamt, wann dieser gefährliche Zustand beendet werde. Antwort am Mittwoch:
„Schäden an/von privaten Gebäuden werden im Rahmen der Notfallmaßnahmen von Polizei und/oder Ordnungsamt gesichert. Danach ist der Hauseigentümer in der Verantwortung, die Schäden zu beseitigen und für eine sichere Verkehrsführung zu sorgen. Wir werden es sehr genau beobachten, ob die Eigentümerin hier ihren Pflichten nachkommt.“
Aus bauaufsichtlicher Sicht sei durch „die gut sichtbare und nachts beleuchtete Absperrung nebst Hinweisschild für die Fußgänger zur Benutzung des gegenüberliegenden Gehweges das zur unmittelbaren Gefahrenabwehr Notwendige veranlasst“.Hm, die unmittelbare Gefahr für Schulkinder auf der Fahrbahn war allerdings keineswegs abgewehrt.
Auf die erneute Nachfrage am Donnerstag, wann das Bezirksamt die Stelle denn „sehr genau begutachten“ werde, folgte am Abend die Erlösung: „Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg hat die Stelle heute Vormittag besichtigt. Sie ist ordnungsgemäß gesichert, Schilder weisen darauf hin, dass Fußgehende um die gesicherte Stelle herumgehen sollen.“ Die Absperrung wurde verkleinert, ein Teil des breiten Gehwegs ist nun wieder begeh- bzw. -fahrbar. Dem Himmel sei Dank (und dem Checkpoint).