Durchgecheckt
Sabine Smentek (SPD) ist Berlins Staatssekretärin für Informations- und Kommunikationstechnik.
Mehr als 3,6 Millionen Berlinerinnen und Berliner warten sehnsüchtig auf Sie, Frau Smentek. Wann können Sie Vollzug melden bei a) der Umstellung der alten Windowsrechner, b) der Einführung der E-Akte und c) der Umstellung der Verwaltungs-IT auf einen einheitlichen, zeitgemäßen Standard?
Ich glaube, wichtig für die Berlinerinnen und Berliner ist, dass die Abläufe funktionieren und unser Service reibungslos läuft. Die Windows-10-Umstellung und die Einführung der E-Akte sind dafür wichtige technische Voraussetzungen. Bei der E-Akte sind wir auf einem guten Weg und liegen im Zeitplan. Auch die Umstellung auf Windows 10 kommt voran. Derzeit sind zwar erst 17% der Behördenrechner umgestellt, im Sommer folgt aber eine größere Welle, sodass ich optimistisch bin, dass wir Ende 2019 – und somit rechtzeitig vor dem Ende des Supports des Herstellers – mit den Umstellungen fertig sein werden.
Auf einer Skala von 1 bis 10: Wo steht Berlin auf dem Weg zur Digitalhauptstadt?
Ich sehe uns im oberen Mittelfeld. Eine 7. Wir machen viele Dinge gut und richtig, sind deutschlandweit in einigen Bereichen sogar innovativer Vorreiter. Es gibt viele Länder, die uns nach unseren Erfahrungen und nach Rat fragen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir noch einiges zu tun haben. Die „technologischen Schulden“ aus früheren Jahren, in denen wenig für die IT in Berlins Behörden getan wurde, wiegen noch schwer.
Sie haben Schwierigkeiten, IT-Fachleute für die Verwaltung anzuheuern. Liegt's nur daran, dass die Gehälter im Land Berlin zu schlecht sind – und die Mieten zu hoch?
IT-Fachkräfte sind gefragt wie eh und je – nicht nur in der Verwaltung. Die Digitalisierung macht sich ja in allen Bereichen unseres Lebens bemerkbar. Uns ist klar, dass wir mit der Bezahlung privater Unternehmen nicht wirklich mithalten können. Was wir bieten, sind Jobsicherheit, spannende Aufgabenfelder und die Möglichkeit, die eigene Stadt ein Stück weit mitzugestalten.
Franz Müntefering nannte den Parteivorsitz einst das schönste Amt neben dem Papst. Was wäre für Sie das schönste Amt?
Ich bin mit meiner Aufgabe als IKT-Staatssekretärin sehr zufrieden und sehne mich nach keiner anderen. Die Vorlieben von Franz Müntefering teile ich allerdings beide nicht.