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Corona-Ampel springt auf rot-grün-grünLufthansa bekommt Milliarden, andere haben keine LobbyKneipenbesitzer am Rande der Existenz

Berlins Corona-Ampel ist von grün-grün-grün auf rot-grün-grün gewechselt und Rot-Rot-Grün mahnt bereits. „Das kann tatsächlich ein Indiz dafür sein, dass es einen Trendwechsel gibt“, sagt Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Der R-Faktor, also die Zahl, die angibt, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt, liegt in Berlin seit drei Tagen über dem Grenzwert von 1,2. Da aber Neuinfektionen (am Montag zählte die Verwaltung stadtweit nur zehn neue Fälle) und die Auslastung der Intensivbetten niedrig bleiben, gibt es vorerst keine Rücknahme der Lockerungen. „Die Pandemie ist noch nicht vorbei“, sagte Kalayci. Burkhard Kieker, Visit-Berlin-Geschäftsführer, sorgt sich angesichts solcher Aussagen um das nötige Vertrauen potenzieller Berlin-Besucher. „Was das Ampelsystem angeht, müssen wir mit der Kommunikation aufpassen.“ 

Kiekers Erwartungen an den Berlin-Tourismus lesen Sie weiter unten, zunächst aber ein Blick auf die Wirtschaft.

Damit der angeschlagene Kranich nicht abstürzt, füttert der Staat kräftig zu. Der Lufthansa wird mit neun Milliarden Euro Steuergeld geholfen. Im Gegenzug bekommt der Bund zwei Aufsichtsratsplätze und 20 Prozent des Unternehmens, das rund 138.000 Beschäftigte hat.
Damit folgt die Krise weiter dem Gesetz der größten Lobby. Beispiele? In der Bundesliga rollt der Ball, während andere Sportler auf die Couch gezwungen werden. In Baden-Württemberg wird von einem grünen (!) Ministerpräsidenten eine Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotor gefordert, Nordrhein-Westfalen erklärte sich zum Land der Küchenbauer, Bayern schafft die Mehrwertsteuer für Gastronomen ab.
Die Corona-Politik folgt mitunter dem Motto, wer am lautesten schreit, wird am ehesten gehört.